Der Mieter hat gekündigt – was jetzt? Ein Fahrplan für Vermieter

Wenn ein Mieter kündigt, sorgt das oft für gemischte Gefühle: Überraschung, vielleicht auch Erleichterung – oder Stress wegen der anstehenden Neuvermietung. Damit du als Vermieter in dieser Situation den Überblick behältst, findest du hier eine strukturierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, was jetzt zu tun ist – inklusive einer praktischen Vorlage zur Kündigungsbestätigung.


1. Warum kündigt der Mieter? Nachfragen lohnt sich!

Bevor du die Kündigung einfach hinnimmst, solltest du das Gespräch suchen. Vielleicht ist es keine endgültige Entscheidung?

  • Stört ihn etwas? Gibt es Nachbarschaftsstreit, Mängel in der Wohnung oder andere Unzufriedenheiten?
  • Lässt sich etwas lösen? Ein defekter Heizkörper oder Schimmelproblem kann manchmal schneller behoben werden, als man denkt.
  • Fester Umzug? Vielleicht liegt es an einem Jobwechsel oder familiären Gründen – dann ist die Entscheidung meist endgültig.

Tipp: Eine ehrliche Kommunikation kann helfen, Missverständnisse zu klären oder sogar einen guten Mieter zu halten.


2. Kündigung prüfen & bestätigen – was du beachten musst

Sobald die Kündigung des Mieters eingeht, solltest du Folgendes überprüfen:

Form der Kündigung

  • Schriftform notwendig: Die Kündigung muss handschriftlich unterschrieben und im Original eingereicht werden – per Post oder persönlich.
  • E-Mail oder WhatsApp reicht nicht aus – solche Kündigungen sind unwirksam!

Kündigungsfrist – was gilt eigentlich?

Wenn im Mietvertrag nichts zur Kündigungsfrist steht, gilt die gesetzliche Regelung nach § 573c BGB:

  • Drei Monate Kündigungsfrist für den Mieter, unabhängig davon, wie lange er bereits in der Wohnung wohnt.
  • Keine Verlängerung der Frist über die Mietdauer hinweg (anders als beim Vermieter).

Zeitpunkt der Kündigung – Frist richtig berechnen

Damit die Kündigung zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam wird, muss sie spätestens am dritten Werktag eines Monats beim Vermieter eingehen.

📌 Beispiel:

  • Kündigung geht am Dienstag, den 2. April ein (ein Werktag).
  • Dann endet das Mietverhältnis am 30. Juni – also zum Ablauf von April, Mai, Juni.
  • Wichtig: Samstage zählen als Werktage!

Merksatz: Geht die Kündigung bis zum 3. Werktag eines Monats ein, zählt der Monat mit.


✉️ Vorlage zur Kündigungsbestätigung

Betreff: Bestätigung Ihrer Kündigung des Mietvertrags
Absender: Max Mustermann, Musterstraße 1, 12345 Musterstadt
Empfänger: [Name des Mieters], [Adresse der Wohnung]


Ort, Datum

Sehr geehrter Herr / sehr geehrte Frau [Name des Mieters],

hiermit bestätige ich den Erhalt Ihrer Kündigung des Mietvertrags für die Wohnung
[Adresse der Wohnung]
vom [Datum der Kündigung], eingegangen am [Datum des Eingangs].

Das Mietverhältnis endet gemäß der gesetzlichen Kündigungsfrist fristgerecht zum [Datum Mietende].

Ich bitte Sie, sich frühzeitig mit mir in Verbindung zu setzen, um einen Termin für die Wohnungsbesichtigung sowie die spätere Übergabe zu vereinbaren. Selbstverständlich erhalten Sie ein Übergabeprotokoll.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
[Dein Name]
(Unterschrift bei Postversand)


3. Die Wohnung nach dem Auszug: Renovieren oder gleich weitervermieten?

Jetzt ist der richtige Moment, die Wohnung kritisch zu betrachten:

  • Was muss instand gesetzt werden? Funktioniert alles? Gibt es Abnutzungsschäden oder Mängel?
  • Kleinere Modernisierungen geplant? Vielleicht ist jetzt die Zeit für neue Bodenbeläge, frische Farbe oder den Austausch der alten Küche.
  • Möchtest du die Miete anpassen? Bei einer Neuvermietung darfst du die Miete bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete anheben – beachte jedoch gesetzliche Grenzen und mögliche Mietpreisbremsen.

Tipp: Dokumentiere den Zustand der Wohnung vor und nach der Renovierung mit Fotos – das schützt dich im Streitfall.


4. Neuvermietung: Selbst machen oder Makler beauftragen?

Jetzt geht’s an die Neuvermietung. Du hast zwei Möglichkeiten:

Selber vermieten

  • Kostenersparnis
  • Volle Kontrolle über Auswahl der Mieter

– Zeitintensiv (Inserate erstellen, Besichtigungen organisieren, Bewerber prüfen)

Makler beauftragen

  • Profi übernimmt die komplette Abwicklung
  • Zielgerichtete Mieteransprache
  • Unterstützung bei Mietvertrag und Übergabe

– Kosten (in der Regel bis zu 2 Monatsmieten, wenn der Mieter zahlt – bei dir als Vermieter jedoch nur, wenn du den Auftrag erteilst)

Tipp: Wenn du keine Zeit hast oder es ein schwieriges Objekt ist (z. B. ländliche Lage, Altbau mit Sanierungsstau), lohnt sich ein Makler.


5. Weitere wichtige Punkte, die du nicht vergessen solltest

Mietkaution prüfen: Sind offene Nebenkosten oder Schäden zu erwarten? Du darfst die Kaution bis zur finalen Abrechnung zurückhalten – maximal 6 Monate.

Anzeige bei der Stadt/Behörde: In manchen Kommunen gibt es eine Meldepflicht bei Wohnungswechsel – prüfe, ob du etwas melden musst.

Unterlagen aktualisieren: Neuer Energieausweis nötig? Welche Nachweise brauchst du für die Neuvermietung?

Bonitätsprüfung beim neuen Mieter: Schufa-Auskunft, Gehaltsnachweise, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung – nicht vergessen!


Fazit

Wenn ein Mieter kündigt, beginnt für dich als Vermieter ein neuer Abschnitt. Sieh es als Chance, die Wohnung aufzuwerten und einen langfristig passenden neuen Mieter zu finden. Mit etwas Planung und Struktur ist dieser Übergang gut zu bewältigen – und manchmal sogar die perfekte Gelegenheit, die Immobilie auf ein neues Level zu bringen.

Bachhuber Immobilien

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