Die Mieterhöhung ist ein sensibles Thema für Vermieter und Mieter. Wer als Vermieter die Miete erhöhen möchte, muss sich an gesetzliche Vorgaben halten. In diesem Beitrag erfahren Sie, wann und wie Sie die Miete erhöhen dürfen, welche Fristen und Grenzen es gibt und was Sie tun können, wenn Ihr Mieter nicht zustimmt.
1. Wann darf ich die Miete erhöhen?
Grundsätzlich gibt es mehrere zulässige Gründe für eine Mieterhöhung:
- Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete
- Die Miete darf bis zur Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete angehoben werden.
- Grundlage hierfür sind Mietspiegel, Vergleichswohnungen oder Gutachten.
- Die Miete darf innerhalb von drei Jahren maximal um 20 % steigen (Kappungsgrenze). In einigen Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt liegt diese Grenze bei 15 %.
- Staffelmiete und Indexmiete
- Falls im Mietvertrag eine Staffelmiete vereinbart wurde, steigt die Miete zu festgelegten Zeitpunkten automatisch um die vereinbarte Summe.
- Bei einer Indexmiete ist die Miete an die Inflationsrate gekoppelt. Eine Erhöhung erfolgt dann nach den Verbraucherpreisindex-Werten des Statistischen Bundesamtes.
- Modernisierungsmieterhöhung
- Nach einer Modernisierung dürfen Sie 8 % der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen.
- Hier gilt eine Begrenzung: Die Miete darf in sechs Jahren um maximal 3 €/m² (bzw. 2 €/m² bei niedrigen Mieten) steigen.
2. Wie muss eine Mieterhöhung erfolgen?
Eine Mieterhöhung ist formgebunden und muss folgende Anforderungen erfüllen:
- Schriftform (Brief oder E-Mail mit PDF-Anhang, nicht mündlich)
- Begründung durch Mietspiegel, Vergleichswohnungen oder Gutachten
- Angabe der aktuellen und neuen Miete
- Einhaltung von Fristen
- Hinweis auf das Zustimmungsrecht des Mieters
Hier eine Vorlage für Ihr Mieterhöhungsschreiben:
📌 Vorlage: Mieterhöhungsschreiben
[Ihr Name]
[Ihre Adresse]
[PLZ, Ort]
[Telefon/E-Mail]
[Datum]
An:
[Name des Mieters]
[Adresse des Mieters]
Betreff: Mieterhöhung gemäß § 558 BGB zum [Datum]
Sehr geehrte(r) [Name des Mieters],
nach § 558 BGB ist es zulässig, die Miete an die ortsübliche Vergleichsmiete anzupassen. Die ortsübliche Miete für vergleichbare Wohnungen beträgt laut Mietspiegel [oder Vergleichswohnungen] derzeit [XX] €/m².
Daher erhöhen wir die monatliche Nettokaltmiete für Ihre Wohnung in der [Adresse] zum [Datum] von bisher [XX] € auf [XX] € pro Monat.
Wir bitten Sie, der Mieterhöhung innerhalb der gesetzlichen Frist bis zum [Datum] zuzustimmen. Bitte nutzen Sie hierfür das beiliegende Zustimmungsschreiben.
Sollten Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
3. Muss mein Mieter schriftlich zustimmen?
Ja! Eine Mieterhöhung ist nur wirksam, wenn der Mieter schriftlich zustimmt. Reagiert er nicht oder lehnt er ab, können Sie nach Ablauf der Zustimmungsfrist klagen.
Hier eine Vorlage für das Zustimmungsschreiben des Mieters:
📌 Vorlage: Zustimmungsschreiben zur Mieterhöhung
[Name des Mieters]
[Adresse]
[PLZ, Ort]
[Datum]
An:
[Ihr Name]
[Ihre Adresse]
Betreff: Zustimmung zur Mieterhöhung
Sehr geehrte(r) [Ihr Name],
hiermit erkläre ich meine Zustimmung zur Mieterhöhung gemäß Ihrem Schreiben vom [Datum]. Die neue monatliche Nettokaltmiete beträgt ab dem [Datum] [XX] €.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift des Mieters]
[Name des Mieters]
4. Was, wenn der Mieter nicht zustimmt?
Falls der Mieter der Mieterhöhung nicht zustimmt, können Sie ihn nicht einfach „rauswerfen“. Sie haben jedoch folgende Möglichkeiten:
Erinnerung senden: Manchmal hilft ein freundlicher Hinweis.
Klage einreichen: Falls der Mieter nicht zustimmt, können Sie beim Amtsgericht auf Zustimmung klagen.
Fristen einhalten: Falls Sie eine unzulässige Mieterhöhung verlangt haben, sollten Sie die Erhöhung korrigieren und erneut begründen.
5. Wichtige Fristen und Grenzen im Überblick
Ankündigungsfrist: Die Mieterhöhung tritt frühestens drei Monate nach Ankündigung in Kraft.
Kappungsgrenze: Innerhalb von drei Jahren darf die Miete maximal um 20 % (bzw. 15 % in bestimmten Gebieten) steigen.
Vergleichsmiete: Erhöhung nur bis zur ortsüblichen Miete.
Fazit
Eine Mieterhöhung muss gut vorbereitet und korrekt begründet sein. Sie benötigen eine schriftliche Zustimmung des Mieters und müssen sich an gesetzliche Vorgaben halten. Falls der Mieter nicht zustimmt, bleibt Ihnen nur der Klageweg.
Mit den obigen Vorlagen sind Sie bestens gerüstet, um eine Mieterhöhung rechtssicher durchzuführen!
Hat dir der Artikel geholfen? Lass es mich wissen! 😊
